Philippinen: Reise und Sicherheitshinweise

Vor Reisen in folgende Regionen oder Gebiete wird gewarnt

Berlin- Die philippinischen Behörden haben wegen des Coronavirus eine Einreisesperre für Reisende aus China und die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau verhängt. Betroffen sind auch Transitpassagiere. Ausnahmen gelten für philippinische Staatsangehörige und Reisende mit einer längerfristigen Aufenthaltsgenehmigung für die Philippinen. Diese unterliegen jedoch nach Einreise einer 14-tägigen Quarantäne. Diese Regelung gilt bis auf weiteres.

  • Erkundigen Sie sich ggf. bei der für Sie zuständigen philippinischen Auslandsvertretung vor Reiseantritt nach den aktuellen Einreisebestimmungen und setzen Sie sich ggf. vor Reiseantritt mit Ihrer Fluggesellschaft in Verbindung.

Nach dem Ausbruch am12. Januar 2020 zeigt der 60 km südlich von Manila gelegene Taal-Vulkan weiterhin vulkanische Aktivität. Zuletzt am 14. Februar  haben die philippinischen Behörden die  Warnstufe auf jetzt noch 2 (von 5) gesenkt.  Die Sperrzone im Umkreis von 7 km um den Taal-Hauptkrater hat weiter Bestand. Bei Exposition kann es zu Reizungen von Augen, Atemwegen und Haut kommen, siehe Gesundheit.
Der Flugbetrieb am Flughafen Manila musste zeitweise eingestellt werden und kann im Falle weiterer Aschewolken erneut beeinträchtigt werden.

 

  • Meiden Sie die Umgebung des Taal Vulkans.
  • Beachten Sie aktuelle vulkanische Aktivitäten und Warnstufen der philippinischen Vulkan und Erdbebenwarte PHIVOLCS.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.
  • Erkundigen Sie sich direkt bei Ihrer Fluggesellschaft bezüglich Ihrer Flugverbindung.

 

Das Kriegsrecht, das über 2 Jahre lang für die gesamte Insel Mindanao gegolten hatte, ist seit Beginn des Jahres 2020 außer Kraft. Das Recht auf unverzügliche gerichtliche Überprüfung von Inhaftierungen ist damit wieder in Kraft, jedoch gilt der 2016 über Mindanao verhängte Ausnahmezustand fort; Ausgangssperren und militärische Kontrollposten sind daher weiterhin möglich.

 

  • Seien Sie besonders vorsichtig und beachten Sie die für weite Teile Mindanaos geltende Teilreisewarnung.
  • Meiden Sie Menschenansammlungen weiträumig.
  • Planen Sie Ihren Aufenthalt entsprechend.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Sicherheit – Teilreisewarnung

Vor Reisen in folgende Regionen oder Gebiete gewarnt:
– Zamboanga Peninsula (Region IX)
– Northern Mindanao (Region X)
– Davao-Region (Region XI)
mit Ausnahme des Stadtgebietes von Davao City
– Soccsksargen (Region XII)
– Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao (BARMM)
– Inseln des Sulu-Archipels
– Süd-Palawan
mit Ausnahme von Puerto Princesa

 

Von nicht erforderlichen Reisen in andere Regionen von Mindanao und in der Mindanao-See wird abgeraten.

Terrorismus

In mehreren Regionen des Landes besteht eine erhöhte Gefahr terroristischer Anschläge und von Entführungen, sowohl zu Land als auch zur See.

 

In den o.g. Gebieten sind unterschiedliche Gruppen von islamistischen Terroristen und Rebellen aktiv, es kommt immer wieder zu Anschlägen sowie Kampfhandlungen mit der philippinischen Armee und Sicherheitskräften. Die Armee konnte die von IS-nahen Terroristen besetzte Stadt Marawi im Oktober 2017 erst nach fünf Monaten schwerster Gefechte mit über 1000 Todesopfern und hunderttausenden Vertriebenen zurückerobern.

 

In Westmindanao wurden 2018 und 2019 vermehrt Bombenanschläge verübt, bei denen zahlreiche Menschen getötet und eine noch höhere Zahl von Personen verletzt wurde. Die Anschlagsziele lagen in Midsayap, Cotabato City, Isulan und General Santos City auf Mindanao; in Lamitan City auf Basilan sowie auf Jolo.

 

Die in der Region operierende islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf ist für Entführungen und Ermordungen vor allem auf Mindanao und in der Sulu-See verantwortlich und zielt auf ausländische Entführungsopfer. Im November 2016 wurde eine deutsche Geisel ermordet, im Februar 2017 ihr Reisegefährte. Auch ortskundige Ausländer sind gefährdet.

 

Im April 2017 gab es in Bohol sowie bei Davao Gefechte zwischen schwerbewaffneten Gruppen und philippinischen Sicherheitskräften.
In Manila ereigneten sich im selben Zeitraum im Stadtteil Quiapo mehrere Bombenanschläge, deren Hintergründe ungeklärt blieben.

 

Innenpolitische Lage

Seit Juli 2016 führen Polizei und Behörden eine intensivierte Kampagne gegen illegale Drogen. Eine Folge dieser oft auch „Krieg gegen Drogen“ genannten Politik sind sehr hohe Todesopferzahlen. Nach Regierungsangaben kamen bis April 2019 bei Polizeieinsätzen über 6.000 Personen ums Leben, Nichtregierungsorganisationen und andere Beobachter liegt die Zahl der Todesopfer weit höher, bei bis zu 30.000. Es besteht stets die Gefahr, „zur falschen Zeit am falschen Ort“ zu sein und in Schusswechsel zu geraten.

 

Es kann zu Protesten und Demonstrationen kommen, bei denen auch gewalttätige Auseinandersetzungen nicht ausgeschlossen werden können.

 

  • Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
  • Seien Sie im gesamten Land besonders vorsichtig und meiden Sie jeden Kontakt mit Drogen und Personen, die mit Drogen handeln.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist hoch. Es kommt zu Taschendiebstählen, Handtaschenraub z.B. durch Motoradfahrer und verschiedene Betrugsmaschen. Von schweren Gewaltverbrechen sind vor allem Einheimische bedroht, jedoch steigt auch die Zahl von Überfällen auf Ausländer durch organisierte Banden, aber auch durch Einzeltäter. Hiervon ist auch der Autoverkehr und z.B. wartende Fahrzeuge an Ampeln betroffen.

 

Entführungen insbesondere von Geschäftsleuten und andere Erpressungsmethoden zwecks Erlangung von Löse- und Schutzgeldern sind verbreitet. Vereinzelt haben auch Sicherheitsmitarbeiter verbotene Gegenstände in das Gepäck von Reisenden platziert, um unter Androhung von Strafen und Polizisten aufgrund angeblicher Ordnungswidrigkeiten Geld zu erpressen. Des Öfteren werden Touristen gebeten, Gegenstände und Gepäckstücke zu transportieren, insbesondere auf inländischen wie auch internationalen Flügen. Hierbei kann es um Drogen handeln, die dann oft schwerwiegende Folgen für Touristen haben.

 

In Vergnügungsvierteln kommt es zum Einsatz von Drogen bzw. K.o.-Tropfen in Speisen und Getränken, um einen Raub zu begehen sowie zu erhöhten Rechnungen. Dies ist auch bei Taxis häufiger, die auf der Straße angehalten werden, wie auch Touristenführern der Fall. Zudem bergen private Fahrzeuge oder illegale Taxidienste auch die Gefahr von Raubüberfällen.

 

Kreditkartenbetrug und Trickbetrügereien (Scams) beim Geldwechsel, von Künstlern, aber auch per Telefon und E-Mail sind ebenfalls weit verbreitet. Aus den Philippinen heraus werden häufig Internetbetrügereien begangen. Nicht selten werden zunächst im Internet persönliche Scheinbeziehungen angebahnt, um sich dann Geld zu leihen, welches nie zurückgezahlt wird.

 

Bei Alkoholkonsum wie z.B. bei Strandpartys kann unvermittelte Gewalt ausbrechen und es dabei auch zu Todesfällen kommen.

 

  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf.
  • Bevorzugen Sie bargeldlose Zahlungen, lassen Sie Ihre Karten nicht außer Sicht und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine Wertsachen mit.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Busbahnhöfen, im Bus besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Halten Sie bei Fahrten mit Privat-Pkw oder Taxi in der Stadt die Türen und die Fenster geschlossen.
  • Nutzen Sie möglichst nur offizielle Taxis oder Hoteltaxis, achten Sie auf den Einsatz des Taxameters oder vereinbaren Sie den Fahrpreis vor Fahrtantritt.
  • Nehmen Sie keine Angebote von Fremden zu Touristenführungen an und lehnen Sie die Mitnahme von Gepäckstücken ab.
  • Lassen Sie Speisen und Getränke nie unbeaufsichtigt und nehmen diese nicht von Fremden an.
  • Seien Sie in Gesellschaft bei Alkoholkonsum vorsichtig und zurückhaltend.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.

Natur und Klima

Tropenstürme und Überschwemmungen

Es herrscht maritimes Tropenklima, vor allem im Südosten ganzjährig mit hoher Luftfeuchtigkeit. Jährlich ziehen durchschnittlich 20 Taifune über das Gebiet der Philippinen, vor allem in der Regenzeit von Juni bis Dezember. Dabei kommt es örtlich zu heftigen, lebensbedrohlichen Stürmen und Starkregenfällen, die Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen können. Zuletzt hat der Taifun Ursula Ende Dezember 2019 die Regionen Visaya und Süd-Luzon heimgesucht, wo er 47 Menschenleben gefordert und erhebliche Schäden angerichtet hat. Während dieses Sturms war die beliebte Urlaubsinsel Boracay von der Außenwelt abgeschnitten. Die Infrastruktur und insbesondere Straßen und Brücken werden regelmäßig stark beschädigt und werden unpassierbar.

Erdbeben, Vulkane, Tsunamis

Die Philippinen liegen in einer seismisch sehr aktiven Zone, dem Feuerring, so dass es jederzeit zu Erd- und Seebeben, vulkanischen Aktivitäten sowie Tsunamis kommen kann. Stärkere Erdbeben richten regelmäßig erhebliche Schäden an und fordern Todesopfer.

 

Von zahlreichen Vulkanen sind 53 aktiv. Der Höchste von ihnen ist der knapp 3000 Meter hohe Mount Apo, der aktivste Feuerberg ist der Mayon und als gefährlichster gilt der Pinatubo. Der Taal gilt als Supervulkan. Es gelten oft Gefahrenstufen und Sperrzonen. Vulkan-Eruptionen und Ascheregen mit Auswirkungen auf den Flugverkehr sind jederzeit möglich.

 

Reiseinfos

Infrastruktur/Verkehr

Es gibt ein Inlandsflugnetz, zahlreiche Fährverbindungen, Überlandbusse, teilweise Schienenverkehr und Taxidienste. Fähren sind häufig überladen, nicht immer mit ausreichend Rettungsbooten ausgestattet, oft unzureichend gewartet und relativ gering gesichert. Auch andere öffentliche Verkehrsmittel sind häufig überfüllt und schlecht gewartet. Ungeachtet der im Beförderungsschein enthaltenen Gebühren fallen häufig gesonderte Flug- oder Seehafengebühren vor Ort an, die in der Regel in bar zu entrichten sind.

 

Der Zustand der Straßen ist landesweit in der Regel schlecht. Es gibt sehr viel Verkehr in Ballungszentren. Fahrzeuge in oft keinem guten technischen Zustand und mangelnde Fahrdisziplin stellen erhöhte Unfallgefahren dar.

 

Reiseziele mit ausgebauter touristischer Infrastruktur finden sich insbesondere auf einzelnen Inseln der Inselgruppe der Visayas (z.B. Cebu, Bohol). Informationen zu zugelassenen Touristenunterkünften bietet das philippinische Department of Tourism sowie die Philippine Information Agency.

 

Mobiltelefone haben auf einigen Inseln nur eingeschränkten oder keinen Empfang.

 

  • Vermeiden Sie Fahrten mit Fähren, wenn andere Reisemöglichkeiten bestehen.
  • Nutzen Sie einfache öffentliche Transportmittel nicht.
  • Lassen Sie besondere Vorsicht in der Regenzeit walten.
  • Vermeiden Sie Nachtfahrten.
  • Erfragen Sie mögliche Zusatzgebühren beim Beförderer oder beim Flug- bzw. Seehafen.

Führerschein

Der deutsche Führerschein ist für touristische Aufenthalte von bis zu drei Monaten ausreichend.

LGBTIQ

Es gibt in den Philippinen keine gegen die Rechte von LGBTIQ-Personen gerichteten gesetzlichen Einschränkungen; eine völlige rechtliche Gleichstellung besteht jedoch nicht. Das philippinische Familienrecht kennt keine gleichgeschlechtliche Partnerschaft/Ehe und erkennt diese nicht an.

 

Die Akzeptanz ist auch gesellschaftlich gut ausgeprägt. Zahlreiche offen homosexuelle Modedesigner, Schauspieler und Künstler genießen große gesellschaftliche Akzeptanz.

 

Rechtliche Besonderheiten

Die Todesstrafe wurde im Juni 2006 abgeschafft; eine Wiedereinführung wird gelegentlich diskutiert. Sehr hohe Freiheitsstrafen werden verhängt bei Drogenstraftaten, Sexualdelikten und insbesondere bei Kindesmissbrauch und Menschenhandel. Prostitution ist in den Philippinen verboten.

 

Illegaler Drogenbesitz wird in den Philippinen mit harten Gefängnisstrafen geahndet wird, ab 5 Gramm ist lebenslange Freiheitsstrafe möglich, bei einer Festnahme in einem Flug- oder Fährhafen wird strafverschärfend Handel unterstellt. Die eindringlichen Warnungen der Behörden sollten unbedingt befolgt werden.

 

Die philippinische Regierung verbietet Alkoholkonsum auf der Straße und das Rauchen außerhalb ausgewiesener Raucherzonen; bei Zuwiderhandlungen drohen Geldbuße oder auch Arrest. Die Ahndung von Verstößen ist uneinheitlich, insbesondere auch Ausländer werden für Übertretungen zur Rechenschaft gezogen.

Geld/Kreditkarten

Landeswährung ist der philippinische Peso (PHP). Geldautomaten stehen landesweit zur Verfügung, für einen Aufenthalt in der Provinz ist jedoch die Mitnahme von Bargeld in US-Dollar oder Euro anzuraten. Kreditkarten sind ein gängiges Zahlungsmittel, jedoch werden Karten ausländischer Banken außerhalb renommierter Geschäfte und Hotels als Zahlungsmittel gelegentlich nicht akzeptiert.

 

Weitere Informationen hier.

 

Auswärtiges Amt, 15.02.2020, Foto: Philippinen © Français

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